Bei manchen Google-Ergebnissen frage ich mich mittlerweile, ob es wirklich ein so großer Vorteil ist, auf Seite eins gelistet zu sein. Suche ich nach verwertbaren Informationen, hört die Klickerei selten mit der ersten Seite auf. Daher habe ich mir mittlerweile angewöhnt, bei stark umworbenen Keywords die erste Seite gleich zu überklicken. Es steckt bestimmt viel Arbeit dahinter, eine Website bei Google nach vorne zu bringen, speziell bei Keywords, die im Internet häufig vorkommen. Wenn die Website dann aber Schrott ist, oder das was man sucht, nicht da oder der Informationswert unzureichend, bleibt es bei zwei Klicks - den Aufruf der Seite und das Schließen derselben. Da ich viel recherchiere, bin ich damit mehrere Stunden im Monat beschäftigt, ohne dass mich das wirklich weiterbrächte. Ich wünschte, manche Webmaster würden so viel Sorgfalt in ihren Internetauftritt stecken wie in die Suchmaschinenoptimierung, dann hätten alle was davon.
Eine Maßnahme, seine Website popuärer zu machen ist es, Artikel für so genannte Artikelverzeichnisse zu verfassen. Darin darf man dann ein, zwei, manchmal auch mehr Links zu seiner eigenen Website einarbeiten. Die Idee gefiel mir, weil ich ja gerne schreibe - sofern ich Zeit dazu finde. Also machte ich mich auf die Suche nach Artikelverzeichnissen und sah mir drei davon an. Das ist keine signifikante Anzahl, aber es verging mir ein wenig die Lust, nachdem auf allen drei Plattformen erklärt worden war, dass derzeit keine neuen Artikel aufgenommen werden. Was ich im Weiteren sah war visuell trostlos und inhaltlich mager. Bei Gelegenheit muss ich die Suche mit anderen Begriffen wiederholen. Für heute reicht es mir.
Im schlimmsten Fall kam das angesagte Thema nur in der Überschrift vor, wohingegen der Buchstabengehalt darunter aus leerem Geschwafel bestand, überhaupt keine Informationen rüberbrachte oder einfach nur Fakten postulierte, ohne auch nur ein einziges fundiertes Argument vorzutragen, das die Behauptungen nachvollziehbar machte, zum Beispiel warum Suchmaschinenoptimierung so wichtig sei, und der Erfolg einer Website einzig und alleine davon abhinge, dass man sie optimieren lässt. Gehört nicht auch eine gewisse Sprachgewandtheit dazu eine Website themengerecht zu verlinken, denn schließlich geht es ja um Keywords, und das können auch mal ganze Phrasen sein...? In beiden Fällen sollte die Schreibweise korrekt sein.
Was eine Website erfolgreich macht, war natürlich beliebtes Thema in solchen Beiträgen. Denn wer sollte besser darüber orientiert sein, dass Artikelverzeichnisse Backlinks bringen als Suchmaschinenoptimierer und / oder Webentwickler? Und obwohl ständig von Keywords die Rede war, las ich nicht ein einziges Mal etwas über die Qualität der Textgestaltung oder das Informationsdesign. Gute Texter schreiben eben nicht für Backlinks, sondern verdienen sie sich mit der Qualität ihrer Sites oder Blogs. Darauf wird dann verlinkt, ohne dass sie sich darum weiter kümmern müssen.
Jeder der eine Website hat, will natürlich auch gefunden werden. Bevor er über Suchmaschinenoptimierung nachdenkt, sollte er sich jedoch die Frage stellen, ob es sich für seine Besucher überhaupt lohnt, ihn zu finden. Jede Suche ist mit bestimmten Erwartungen verbunden, die man sich zum Teil an den Keywords selbst schon ausrechenen kann. Mir sind 100 echte Interessenten immer noch lieber als 10.000 Klicks von Leuten, die mit meinem Angebot sowieso nichts anzufangen wissen. Mein Ziel ist ja nicht, um jeden Preis den Traffic meines ISP (Internet-Service-Provider) hochzujagen, sondern hochwertige Leistungen anzubieten und guten Service. Die Anzahl der Aufträge die ich annehmen kann, ist beschränkt, und auch ich habe Erwartungen an meine Kunden. Wenn sie mich nicht überzeugen, kann ich es nämlich auch nicht, und dann wäre es unverantwortlich von mir, einen Auftrag anzunehmen.
Eigentlich mag ich den Begriff Suchmaschinenoptimierung nicht besonders, weil er nicht widerspiegelt, worum es eigentlich geht. Suchmaschinen lesen nicht, sie indizieren nur Wörter, ohne deren Sinngehalt zu verstehen. Websiteoptimierung umfasst das gesamte Projekt, und da gehört alles dazu: Planung, Strukturierung, Einsatz von Skripten, Gestaltung, Validierung (Einhaltung von Webstandards), Testen der Site mit unterschiedlichen Browsern, Informationswert, Nutzen - und nicht zuletzt auch die Etablierung und wachsende Popularität durch gezielte Verlinkung auf Inhalte die für den Besucher erfüllen was er sucht. Die Arbeit an einem erfolgreichen Webprojekt hört so gesehen nie auf.