(oder Xing mit Twitter?) Wieso nicht, schließlich ist beides Obst.
Als ich im Januar 2005 OpenBC-Mitglied wurde (so hieß Xing damals), war die Plattform genau das, was ich gesucht hatte, und sie brachte mir ein paar neue, spannende Kontakte, mit denen ich außerhalb der Plattform immer noch in Verbindung stehe. Nur innerhalb von Xing macht es mich einfach nicht mehr an, aktiv zu werden. Das bedeutet ja, Content zu produzieren, und da bin ich mittlerweile egoistisch. Wenn ich schon Unique Content generiere, dann kommt der in eines meiner Blogs.
In den ersten zwei Jahren wandte ich sehr viel Zeit für Xingaktivitäten auf, korrespondierte, diskutierte, experimentierte, ohne berufliche Fortschritte zu erzielen. Bei
allen neuen Funktionen die im Laufe der Jahre dazukamen, die Möglichkeiten zwischenmenschlicher Interaktion sind nahezu unverändert
geblieben. Gruppen, Gästebuch (ist nicht so der Hype finde ich) falls vom Mitglied freigegeben oder PNs (private Nachrichten). Letztere sind den
zahlenden Kunden vorbehalten. Es sei denn, sie können auf eine Nachricht antworten. Dafür muss sie aber
erstmal ein anderes Premiummitglied anschreiben.
Dass es Einschränkungen für nicht-bezahl-Mitglieder geben muss, sehe ich ein. Auf die Kontaktansuchen-Begründungsnachricht eines neuen Kontaktes sollte jedoch jeder antworten können. Der weiß vielleicht nicht mal, dass man das nicht kann und fasst die stille Kontaktbestätigung als Desinteresse auf. Der gute Wille, sich dann eben per E-Mail für das entgegengebrachte Interesse zu bedanken, wird nicht selten davon erstickt, dass der neue Kontakt seine E-Mail-Adresse gar nicht freigegeben hat. Nächster Schritt wäre, auf seiner Homepage nach einer Kontaktgelegenheit zu suchen... Soifz... Eine direkte Antwort zuzulassen wäre ein echter, konstruktiver Beitrag zum Networking.
Die meiste Zeit war ich Premiummitglied, so dass mir die Einschränkungen der Standardmitgliedschaft nicht gegenwärtig waren. Doch sind es nun genau die
Einschränkungen die zum Bezahlen motivieren sollen, deretwegen ich beschloss, auf eine weitere Premium-Anmeldung zu
verzichten. Mit den Einschränkungen für Standardmitglieder ist ein Mehraufwand für (aufmerksame) Premiummitglieder verbunden. Sie sind zu einer zweiten Initiative gezwungen, damit ein Kontakt der "nur" Standardmitglied ist, mit einer PN re-agieren kann.
Dies ist keine Xingkritik, sondern lediglich eine Beschreibung meines subjektives Erlebens, das ja unter anderem auch dadurch zustande kam, wie ich mich selbst in der Community verhielt.
Twitter ist open, und seine Funktionsweise ist die einzige Beschränkung, woraus Selbstorganisation hervorgeht, die niemand explizit steuern muss. Es ist direkter, es ist einfacher, und das Mitmachen raubt einem weniger Zeit, bei nahezu unvermeidlicher Erfolgsquote die sich schon nach kurzer Zeit bemerkbar macht. Das soll nicht heißen, Twitter ist besser als Xing, zumal das ja auch vom Zweck abhängt. Es ist schlanker, intuitiver, spontaner und funktioniert (auch) ohne Strategie. Für Leute wie mich womöglich passender. Twitter fordert nicht(s), es ist einfach da. Doch sobald man was für andere Nützliches hinein gibt, kommt auch was zurück. Nicht nur Lorbeeren, sondern auch Früchte.
Und manche davon haben sogar eine Xingvorgeschichte.