by Gabriele
21. Mai 2009 19:30
Content ist das Herz jeder Website. Mittlerweile ist fast jedem gegenwärtig, dass die Schnittstelle Mensch-Maschine über die Eingabe von Begriffen arbeitet, und diese dann indirekt auch die Schnittstelle Mensch-Website sind. Nicht jedes Blog wird vom Betreiber selbst gefüllt. Inhalte kann man auch kaufen.
Verständlicherweise will niemand, der sich Texte zukauft, eine Kopie davon auf anderen Blogs sehen. Und so bekommt man heute - wie früher als Autor einer Zeitschrift - Autorenverträge von Blogbetreibern, die ihnen ein Exklusivrecht am veröffentlichten Textmaterial sichern. Wer für mehrere Blogs jeweils einzigartigen Content liefern will, muss entweder schnell schreiben können, oder delegieren. Wenn er geschickt vorgeht, dann merken seine Mitarbeiter nicht einmal was davon, dass sie Bezahlcontent für ihn produzieren.
Wie das gehen könnte? Man lädt beispielsweise Menschen deren Sendungsbedürfnis offensichtlich hoch ist (Blogger ;-)) die mit der geeigneten Thematik befasst sind zu einem E-Mail-Interview, und bekommt dann garantiert einzigartige Texte, wenn die Fragen beantwortet werden. Eine solche Einladung erreichte mich gestern. Auf den ersten Blick dachte ich mir, warum nicht und warf einen Blick auf das Blog, das die Absenderin angeblich betrieb. Sie war im Impressum mit keinem Wort erwähnt, sondern wer ganz anderer. Die Ungereimtheit machte mich stutzig.
Recherchen brachten schnell Befunde: Dieselbe Person hatte die gleichen Fragen bereits an mehrere Blogger versendet, und zwar als angebliche Betreiberin eines anderen Blogs. Mindestens einmal interviewten sich zwei Blogbetreiber gegenseitig mit exakt denselben Fragen.
Ich habe keinen Nachweis dafür, dass sie den durch Interviews
generierten Content verkauft. Immerhin wäre das eine originelle Vorgehensweise, die ja auch Vorteile für den Interviewten haben kann. Daher gehe ich nicht davon aus, dass es sich um eine krumme Sache handelt.
Die Wiederholungsrate der Fragestellungen (rund 280 Suchergebnisse), verleitet mich allerdings dazu mich für die Hintergründe zu interessieren, weshalb ich zurückfragte und nun gespannt auf die Antwort warte.