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Aber Du warst doch mal so billig

by Gabriele 27. Juni 2011 19:12

Websites zu entwickeln war anfangs nicht die Hauptsache, das heißt, ich musste nicht ausschließlich davon leben. Außerdem war ich nicht vom ersten Tag an ein Profi auf dem Gebiet. Das hat sich im Laufe der letzten zwei Jahre geändert, in denen ich enorm viel Zeit darin investierte, dynamische Websites oder Weblayouts von Grund auf technisch einwandfrei zu entwickeln.

Webentwicklung ist ein Beruf in dem man nie ausgelernt hat, sondern sich ständig weiterbilden muss. Dafür gehen momentan etwa die Hälfte meiner Computerstunden drauf.

Nachdem ich zwei Jahre lang eine Realtime-Aufzeichnung zu allen meinen Tätigkeiten gemacht hatte stellte sich nach der Auswertung heraus, dass von 100 Arbeitsstunden bestenfalls 35 Produktionsstunden waren. Doch die wurden längst nicht alle bezahlt, denn vielfach wurde von mir erwartet, dass ich einen verbindlichen Pauschalpreis nenne, oft schon bevor ich mit den Detailanforderungen (Details kosten am meisten Zeit) eines Projektes vertraut gemacht worden war. Hatte ich am Ende doppelt so viele Stunden wie bezahlt wurden, war das noch der Glücksfall. Nicht selten kam ich auf das drei- bis Vierfache, und auch schon darüber hinaus.

Die genannte Summe wurde dann gerne auch noch als Flatrate verstanden, für die man beliebige Leistungen bestellen kann. - Manchmal wollte das Hin- und Her auf diese Weise einfach kein Ende nehmen, während ich schon wieder hinter der nächsten Anforderung herhetzen musste, um meine Fixkosten bezahlen zu können. Um derlei Unannehmlichkeiten nicht mehr aufkommen zu lassen, habe ich einen nicht unbeträchtlichen Mehraufwand damit, mich mit einer klaren Aufstellung (so weit in den Fällen wo nur Teilinformationen vorliegen möglich) des Leistungsumfangs gegen Flatrateversuchungen abzusichern.

An Nachfrage mangelt es schon länger nicht mehr, und ich befinde mich nun in der etwas angenehmeren Stellung, in der ich selektiv sein kann. Die Projekte die ich bekomme entsprechen zunehmend meinen Vorstellungen und Wünschen. - Ich habe dabei nicht wirklich eine andere Wahl als durch Qualität zu überzeugen. Weniger abzuliefern als ich an (Minimal-)Erfordernissen sehe ist nicht die Art von Arbeit die man von mir verlangen kann.

Zum Erfolg einer Website trägt wesentlich bei, wie viel Sorgfalt man darin investiert, dass man die modernen Webstandard- und Empfehlungen der Suchmaschinenbetreiber berücksichtigt, konsistent und skalierbar bleibt, sowie Inhalte, Funktionalität und Layout strikt trennt. Das erfordert eine differenzierte Herangehensweise, eine grundlegende Kenntnis der Systeme mit denen man arbeitet (Wordpress oder Drupal), die Vertrautheit mit Serverumgebungen, Datenstrukturen, HTML, CSS, PHP, Javascript, modernen Web- und Suchmaschinenstandards, browserspezifischen Anfoderungen, und vor allen Dingen Zeit zu planen und zu entwerfen, sei es nun "lediglich" ein Theme, oder ein ganzer Webauftritt. - Ich will 100% Konzentration und Engagement investieren können, und nicht stattdessen darüber nachdenken müssen, ob ich mir ein Projekt auf das ich mich einlasse, überhaupt leisten kann. Diese Frage entsteht dann eindeutig auf der falschen Seite, und hiermit übergebe ich sie sozusagen auch schriftlich.

Eine sorgfältig entwickelte und dokumentierte Wordpress-Website beansprucht zwischen 35 und 60 Stunden, je nach zusätzlichen Komponenten. In Geld bedeutet das, die Kosten für einen von mir umgesetzten individuellen Webauftritt fangen bei rund EUR 2.000,00 an. Komplexere Anforderungen können daraus auch mal 100 Stunden und mehr machen. - Alles kein Problem, wenn nicht nur meine Leistung stimmt, sondern auch der Preis.

Bei kommerziellen Projekten lege ich einen Stundensatz von EUR 60,00 zugrunde, und einen ermäßigten Satz bei non-profit Vorhaben. - Je nach Größenordnung bin ich auch für Pauschalen offen, mit einer klaren Definition des Leistungsspektrums mit dem sie erfüllt sind und entsprechend mehr, wenn hinterher oder währenddessen zusätzliche Leistungen in Anspruch genommen werden.

Wer nicht in individuell angepasste und detailgetreu umgesetzte Größenordnungen investieren kann oder will, dem bleibt immer noch der Weg der Standardinstallation mit einem der kostenlosen Layouts das man sich beispielsweise aus Wordpress-Themesammlungen besorgen kann (wenn es einem nichts ausmacht, sein Layout mit anderen zu teilen, was bei einer privaten Website durchaus hinnehmbar ist).

Kommentare (1) -

25.08.2011 00:26:52 #

Rudolf Bösiger

Hallo Gabriele, aber mit 60 Euro bist du doch immer noch sehr moderat mit deinen Kosten! Nein, wenn du früher billiger warst, dann heisst das einfach, dass du früher andere Kunden hattest und ein anderes Selbstverständnis. Es sind nämlich deine Kunden, die deine Preise machen und nicht umgekehrt. Das erstaunt vielleicht ein paar Webdesigner, aber es ist genau so. Wenn man höhere Budgets bekommt, ist das nichts anderes als die Anerkennung des Marktes für deine Arbeit. Anhand unsere Erhebung (Webkalkulator) kann ich dir belegen, dass nicht die Webdienstleister die Preise machen, sondern es die Budgets der Kunden sind. Viele Grüsse.

Rudolf Bösiger Germany |

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